Social fiction um Macht, Intrigen, Freundschaft und Liebe. Von Klaus Wirth

Corona! Das verlorene Rennen um die Freiheit

Corona und Fetthans vor der St-Pirmin-Kirche in Pirmasens
Fetthans hat das Rennen gegen Corona verloren. Der Preis ist die Freiheit.

Corona rennt schneller. Was dachte ich mir bloß in meiner Einfalt? Wie konnte ich meine Beine so sehr überschätzen, dass ich diese verfluchte Wette einzugehen wagte? Ach, wie vermessen und dumm ich war. Vor Überheblichkeit nur so strotzend ließ ich mich darauf ein! Ich sah nur ihre kurzen Beinchen, ihre krummen, widerlichen Tentakel. So wie klein ihre Schritte sein mussten, so mager und dürftig konnte ihr Sprung nach vorne doch nur sein. Also rechnete ich mir den Sieg im Sprint zu gerne aus.

Corona schlägt einen Wettlauf vor

Zu eines Morgens früher Stunde kam Corona über mich in diesem Traum. Sie sprach: „Augenblicklich lebe ich noch ganz weit weg von dir, mein lieber Fetthans. Fern in China verweile ich jetzt noch. Denn dort feiere meine hohen Feste. Tausende der schnellsten Sprinter habe schon ereilt und eingeholt. Die liegen sämtlich aufs Blut geschunden in ihren Betten. Jetzt will ich doch ‚mal sehen, wer von uns beiden schneller ist. Ich komme morgen nach Pirmasens. Wir treffen uns am Exerzierplatz. Dann sprinten wir um die Wette bis zur St.Pirmin-Kirche. Wer gewinnt? Du oder ich?“

Vom wilden Träumen ganz zerzaust, wachte ich zwar auf, kam aber über den Halbschlaf nicht zum Tag hinaus. Nur den warmen Schweiß in den feuchten Kissen spürend, fiel ich zurück in Morpheus buntes Reich. Nunmehr besser zugedeckt, an den Beinen und Füßen nicht mehr frierend. Zerstrampelt war sie nämlich, meine liebste Federdecke. Weshalb ich beinahe ganz im Freien gelegen hatte. Es mag die Kälte gewesen sein. Sie hatte mich wohl ins Licht des Tages schicken wollen. Corona war es sicher nicht. Oder doch?

Von roten Tentakeln gepeinigt

Kaum schloss ich die Augen nach der Schlafespause, rückte Corona schon wieder an mich heran. Ganz nahe sogar schob sie ihren bunten Kugelleib zu mir. Sie drängte hart gegen meine Haut. Die roten Tentakel kniffen mich alsbald ohne Unterlass. So sehr ich meinen Körper unter Coronas Griff auch wand, ich vermochte sie nicht abzuschütteln. Also besser war es wohl, ich fügte mich der Übermacht. „Was willst du noch von mir? Sag‘ mir, warum du mich nicht schlafen lässt!“

Immerhin zog sie gnädig ihre roten Tentakel zurück, bevor sie antwortete: „Wir müssen noch den Wetteinsatz besprechen. Es ist folgender: Wenn du vor mir an der St.Pirmin-Kirche bist, dann verschwinde ich auf Nimmerwiedersehen und du bist frei.“ L